Tips und Tricks zur Schlangenhaltung


Da gewisse Dinge immer wieder falsch vermittelt werden via Internet oder auch auf Börsen und ähnlichem, möchten wir hier einige Tips, Tricks, Hinweise und Empfehlungen veröffentlichen, die im Zusammenhang mit der Schlangenhaltung sowie Zucht auftauchen können.

 

Bei Fragen zu Haltung und Zucht dürfen Sie uns aber auch gerne kontaktieren.


Allgemeine Information

Zu unserer Zucht allgemein einige wichtige Informationen

 

Wenn Sie von uns eine Schlange gekauft haben, dann handelt es sich in der Regel um ein Jungtier. Nachfolgend einige wichtige Informationen zu unserer Fütterungs-Methodik.

 

Futterfestigkeit ist uns wichtig, daher geben wir nur Tiere ab, die tadellos und selbstständig minimum 10-12 Mal gefressen haben. Wir füttern unsere Schlangen immer mit Frostfutter und die Futtertiere sind immer heiss und nass. Das bedeutet, dass wir unser Frostfutter immer im heissen Wasser auftauen (ca 60-70 Grad Celsius) innerhalb weniger Minuten. Da die Körpertemperatur von Mäusen und Ratten bei lebenden Tieren bei fast 40 Grad liegt, ahmen wir auch die Körpertemperatur beim Frostfutter nach, in dem wir die tiefgekühlten Mäuse und Ratten fühlbar heiss machen. So ist unserer Meinung nach die Akzeptanz bei den Schlüpflingen am grössten.

 

Sollten Sie also Ihr Tier bei Ihnen Zuhause nicht zum fressen bringen, beachten Sie folgende Punkte:

 

  1.  Unsere Tiere sind sich die Fütterung ausserhalb des Terrariums in Boxen gewöhnt
  2. Die Futtertiere werden im heissen Wasser aufgetaut (ca 50 Grad Celsius für ein einzelnes Futtertier!)
  3. Das Frostfutter wird mit einer Pinzette feucht und heiss in die Fütterungsbox gereicht
  4. Die Futterbox sollte an einem ruhigen und Vibrations- sowie geräuscharmen Ort aufgestellt werden.
  5. Manchmal hilft es, die Futterbox mit einem Handtuch abzudecken, damit die Schlange in Ruhe fressen kann.

 

Sollten Sie trotzdem noch Probleme haben, kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir sind gerne bereit, Ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.


Kornnattern

Kornnatterjungtiere werden so zahlreich gehandelt, verkauft, ja sogar verschenkt, dass wir hier einen deutlichen Kommentar dazu veröffentlichen müssen.

 

Die Kornnatterzucht ist, so kann man sagen, extrem einfach. Die Tiere sind sehr fruchtbar und schnell ist es passiert, dass ein Weibchen mal 20 Eier legt, die von einem Halter dann leider oft auch noch ausgebrütet werden. Dies führt dazu, dass der Markt für diese Tiere hoffnungslos überfüllt ist, die Schlangen extrem an Wert eingebüsst haben in den letzten Jahren. Dazu kommt dann noch, dass sehr viele der selbsternannten Züchter nicht oder nur extrem mangelhafte Kenntnisse über Genetik und Vererbungslehre besitzen. Dies führt dann dazu, dass man im Internet in Gratisinserate-Seiten Dinge liest wie "verkaufe orangetönige Korni-Babies aus liebevoller Hobbyzucht" oder auch wahlweise "nominatfarbige", "Black Albinos", "Erdbeerfärbige", "weisse Albinos" und was da nicht alles noch an mehr oder weniger fantasievollen Bezeichnungen herumgeistert.

 

Nicht nur die zumeist sehr kreativen Fantasiebezeichnungen sind zu einem ernstzunehmenden Problem geworden. Auch die teils abenteuerlichen Fütterungsempfehlungen sind eine Gefahr für das beliebte Terrarientier. Denn vorallem Kornnattern leiden immer wieder an massiver Fettleibigkeit, was das erreichbare Höchstalter von rund 20-25 Jahren deutlich herabsetzen kann.

 

Striped Colubrids züchtet daher nur mit Verstand und Ziel. Der Sinn der reinen Vermehrung, Weibchen X mit Männchen Y zusammensetzen, entzieht sich uns komplett. Unsere Tiere benötigen meistens bis zu fünf Jahre, bis die Zuchtreife erreicht ist. Es braucht also nicht nur Fachwissen, sondern auch Geduld. Nämlich die Geduld, den Tieren die Zeit zu geben, körperlich heranzureifen, ohne sie innerhalb kürzester Zeit auf Zuchtgewicht zu mästen.

 

Wirklich pauschalisieren lassen sich Fütterungsempfehlungen nicht. Denn jedes Tier hat einen eigenen Stoffwechsel und muss, diesen berücksichtigend, gefüttert werden. Eine relativ vernünftige Fütterungsempfehlung sieht ungefähr so aus:

 

Schlüpfling = Wöchentliche Fütterung, 1 Mauspinki (Babymaus)

bis 3 Monate = Wöchentliche Fütterung, 1-2 Pinkis

4-6 Monate = wöchentliche Fütterung, 1-2 Speckis (ältere, etwas grössere Babymaus)

6-12 Monate = wöchentliche Fütterung, 1-2 10täger Mäuse (auch "Fuzzy" genannt)

ab 1 Jahr = Fütterung alle 10 Tage mit 1 kleinen Springer

1,5 Jahre und älter = Fütterung mit kleinen adulten Mäusen alle 14 Tage

 

 

Adult ist eine Kornnatter eigentlich im Alter von 12 Monaten. Adult bedeutet geschlechtsreif. Aber dieses junge Alter ist keineswegs ein Zuchtfähiges Alter. Ganz besonders nicht bei Weibchen. Hier gilt, dass Weibchen minimum 300 Gramm Gewicht oder 3-4 Jahre alt sein sollten. Alles andere ist zu früh und könnte unter anderem zu einer tödlichen Legenot führen.

 

Kornnattern werden zudem auch gerne mal zu warm gehalten. Also auf "Dauerhochsommer"-Temperaturen von über 26 Grad. Es ist empfehlenswert und der Gesundheit des Tieres förderlich, wenn man auch im Terrarium die Jahreszeiten simuliert mit leichten Temperaturanpassungen. Das heisst, im Frühling werden die Tiere bei 20-24 Grad gehalten, im Sommer bei Höchsttemperaturen um die 28 Grad, im Herbst dann wieder zurück auf deutlich kühlere Temperaturen. Im Winter sollte die Kornnatter auch überwintert werden (ca 10-14 Grad), um dem Tier einen möglichst natürlichen Lebenszyklus zu garantieren.

 

Bei weiteren Fragen rund um Haltung und Zucht stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 


Königsnattern

Königsnattern sind in der Regel in der Natur ophiophag (es gibt nur wenige Unterarten, die es nicht sind). Das heisst, diese Schlangen fressen andere Schlangen. Meistens sogar Giftschlangen wie beispielsweise Klapperschlangen! Das bedeutet im Klartext, dass Königsnattern von Natur aus auf nährstoffarme Nahrung spezialisiert sind. Sie besitzen auch wesentlich mehr Kraft als eine durschnittliche Natter gleicher Grösse!

 

Das bedeutet für Sie als Halter vorallem eins: sorgsames und bewusstes Füttern und das Gewicht ihres Tieres sorgfältig zu beobachten.

 

Leider sind mindestens 95% der in Gefangenschaft gehaltenen Königsnattern leicht bis sehr stark übergewichtig. Eine "ausgewachsene" Königsnatter sollte bei einer durchschnittlichen Länge von ca 120-130 cm nie mehr als etwa 600-700 Gramm wiegen. Leider liegen mir immer wieder Berichte vor, wie Menschen stolz darauf sind, dass ihre Königsnatter "ein ganzes Kilo" wiegen oder sogar mehr. Ein Beispiel, das mir kürzlich untergekommen ist: eine melanistische kalifornische Königsnatter, 110 cm gross und gemäss dem überaus stolzen Besitzer 1.4 Kilogramm schwer!

 

Sie tun ihrem Tier keinen Gefallen, wenn Sie es so derart mästen! Fettleibige Schlangen leiden genau so unter ihrem Übergewicht wie übergewichtigte Menschen.

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Die mexikanische Schwarze Königsnatter, Lampropeltis nigrita, aus unserer Zucht ist äusserst ophiophag und artspezifisch typisch immer hungrig. Wenn Sie sich für einen Nachkommen unseres Schattenpaares interessieren, müssen Sie vorallem eins wissen: füttern sie sparsam!

Sparsam heisst, dass sie beispielsweise Ratten als Futter vermeiden sollten, lieber Mäuse geben sollten. Eine Fütterung juveniler und subadulter Nigritas sollte nicht öfter wie alle 10 Tage erfolgen, adulte ("ausgewachsene") füttern sie alle 15-21 Tage.