Tips und Tricks zur Schlangenhaltung


Da gewisse Dinge immer wieder falsch vermittelt werden via Internet oder auch auf Börsen und ähnlichem, möchten wir hier einige Tips, Tricks, Hinweise und Empfehlungen veröffentlichen, die im Zusammenhang mit der Schlangenhaltung sowie Zucht auftauchen können.

 

Bei Fragen zu Haltung und Zucht dürfen Sie uns aber auch gerne kontaktieren.


Kornnattern

Kornnatterjungtiere werden so zahlreich gehandelt, verkauft, ja sogar verschenkt, dass wir hier einen deutlichen Kommentar dazu veröffentlichen müssen.

 

Die Kornnatterzucht ist, so kann man sagen, extrem einfach. Die Tiere sind sehr fruchtbar und schnell ist es passiert, dass ein Weibchen mal 20 Eier legt, die von einem Halter dann leider oft auch noch ausgebrütet werden. Dies führt dazu, dass der Markt für diese Tiere hoffnungslos überfüllt ist, die Schlangen extrem an Wert eingebüsst haben in den letzten Jahren. Dazu kommt dann noch, dass sehr viele der selbsternannten Züchter nicht oder nur extrem mangelhafte Kenntnisse über Genetik und Vererbungslehre besitzen. Dies führt dann dazu, dass man im Internet in Gratisinserate-Seiten Dinge liest wie "verkaufe orangetönige Korni-Babies aus liebevoller Hobbyzucht" oder auch wahlweise "nominatfarbige", "Black Albinos", "Erdbeerfärbige", "weisse Albinos" und was da nicht alles noch an mehr oder weniger fantasievollen Bezeichnungen herumgeistert.

 

Nicht nur die zumeist sehr kreativen Fantasiebezeichnungen sind zu einem ernstzunehmenden Problem geworden. Auch die teils abenteuerlichen Fütterungsempfehlungen sind eine Gefahr für das beliebte Terrarientier. Denn vorallem Kornnattern leiden immer wieder an massiver Fettleibigkeit, was das erreichbare Höchstalter von rund 20-25 Jahren deutlich herabsetzen kann.

 

Striped Colubrids züchtet daher nur mit Verstand und Ziel. Der Sinn der reinen Vermehrung, Weibchen X mit Männchen Y zusammensetzen, entzieht sich uns komplett. Unsere Tiere benötigen meistens bis zu fünf Jahre, bis die Zuchtreife erreicht ist. Es braucht also nicht nur Fachwissen, sondern auch Geduld. Nämlich die Geduld, den Tieren die Zeit zu geben, körperlich heranzureifen, ohne sie innerhalb kürzester Zeit auf Zuchtgewicht zu mästen.

 

Wirklich pauschalisieren lassen sich Fütterungsempfehlungen nicht. Denn jedes Tier hat einen eigenen Stoffwechsel und muss, diesen berücksichtigend, gefüttert werden. Eine relativ vernünftige Fütterungsempfehlung sieht ungefähr so aus:

 

Schlüpfling = Wöchentliche Fütterung, 1 Mauspinki (Babymaus)

bis 3 Monate = Wöchentliche Fütterung, 1-2 Pinkis

4-6 Monate = wöchentliche Fütterung, 1-2 Speckis (ältere, etwas grössere Babymaus)

6-12 Monate = wöchentliche Fütterung, 1-2 10täger Mäuse (auch "Fuzzy" genannt)

ab 1 Jahr = Fütterung alle 10 Tage mit 1 kleinen Springer

1,5 Jahre = Fütterung mit kleinen adulten Mäusen alle 14 Tage

 

 

Adult ist eine Kornnatter eigentlich im Alter von 12 Monaten. Adult bedeutet geschlechtsreif. Aber dieses junge Alter ist keineswegs ein Zuchtfähiges Alter. Ganz besonders nicht bei Weibchen. Hier gilt, dass Weibchen minimum 300 Gramm Gewicht oder 3-4 Jahre alt sein sollten. Alles andere ist zu früh und könnte unter anderem zu einer tödlichen Legenot führen.

 

Kornnattern werden zudem auch gerne mal zu warm gehalten. Also auf "Dauerhochsommer"-Temperaturen von über 26 Grad. Es ist empfehlenswert und der Gesundheit des Tieres förderlich, wenn man auch im Terrarium die Jahreszeiten simuliert mit leichten Temperaturanpassungen. Das heisst, im Frühling werden die Tiere bei 20-24 Grad gehalten, im Sommer bei Höchsttemperaturen um die 28 Grad, im Herbst dann wieder zurück auf deutlich kühlere Temperaturen. Im Winter sollte die Kornnatter auch überwintert werden (ca 10-14 Grad), um dem Tier einen möglichst natürlichen Lebenszyklus zu garantieren.

 

Bei weiteren Fragen rund um Haltung und Zucht stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 


Königsnattern

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